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Allgemeines über die Akupunktur

Die traditionelle Akupunktur, ein umfassendes System von Untersuchung, Diagnose und Behandlung, entstand in China vor ungefähr 5.000 Jahren. Sie ist eine Heilkunst und eine Wissenschaft, die lehrt, wie der ganze Mensch als Körpergeistseele zu verstehen ist, wie man das Zustandekommen von Gesundheit und Krankheit erkennt, und wie man im Einzelfall die verloren gegangene Gesundheit wiederherstellt. Das Konzept beruht auf dem harmonischen und ausgeglichenen Fluss der Lebenskraft, der Chì-Energie. Wenn die Lebenskraft nicht in der richtigen Weise fließt, entstehen Disharmonie und Unausgeglichenheit und das bedeutet ‚Krankheit‘.

Anfangs betrachtete man die traditionelle Akupunktur als vorbeugende Heilkunde zur Ausbildung und Erhaltung der Gesundheit. Im Westen wurde die Akupunktur oft als ‚Außenseitermethode‘ und ‚Modemedizin‘ angesehen, bis groß angelegte Studien in Amerika und Europa die Akupunktur auf eine auch westlichen Maßstäben entsprechende wissenschaftliche Grundlage stellten.
Die Wirkungsweise konnte zumindest zum Teil erschlossen werden: Die Lage der Akupunkturpunkte auf sog. Meridianen bezeichnet die Zonen mit deutlich niedrigerem Hautwiderstand. Nach der Akupunkturreizung durch Neurotransmitter erfolgt eine neuronale Reaktion mit Hemmung des Hinterhornneurom. Die Langzeitwirkung entsteht durch die Ausschüttung von Hormonen.

Als überprüfte Indikationen für Akupunktur kommen in der Orthopädie schwerpunktmäßig in Frage:

  • HWS-Syndrom, Cervicobrachialgie, Schleudertrauma, Schmerzerkrankung der Schulter, Tennisarm, Golferarm, Tendovaginitis, Kreuzschmerz mit und ohne Wurzelreiz, Postnucleotomiesyndrom, Hüftschmerzen, Gonarthrose, Chondropathia patellae, Fibromyalgie, Morbus Becheterew, Morbus Sudeck, Metatarsalgie, in der Sportmedizin die Achillodynie, Überlastungschäden u. a.

Akupunktur ist seit Jahren fester Bestandteil der multimodalen Therapie bei der Behandlung von Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates. Die Akupunktur musste in der Vergangenheit als sog. IGEL-Leistung abgerechnet werden, da die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten nicht übernahmen. Grund waren zu wenig gesicherte Daten darüber, ob die Akupunktur ein gesichertes Heilverfahren ist, oder ob es sich um einen so genannten Placeboeffekt handelt. Von 2000 bis 2006 wurde die GERAC-(German Acupuncture Trials)Studie, die bisher weltweit größte Akupunkturstudie, mit Unterstützung von sechs Krankenkassen-Spitzenverbänden durchgeführt. Teilgenommen haben tausende Patienten, dokumentiert wurden über 10 Millionen Akupunktursitzungen.

Die Ergebnisse kurz zusammengefasst:
Akupunktur ist deutlich wirksamer als eine leitlinienorientierte Standardtherapie. Auch eine ‚Schein‘-Akupunktur ist wirksamer als eine leitlinienorientierte Standardtherapie.
Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen beiden Therapieformen.
Mit der GERAC-Studie ist die Akupunktur in ihrer Wirksamkeit besser belegt als die meisten konventionellen, medikamentösen und auch operativen Therapieverfahren. Aufgrund dieser Daten hat nun der gemeinsame Bundesausschuss der gesetzlichen Krankenkassen die Akupunktur als Kassenleistung aufgenommen, jedoch mit deutlichen Einschränkungen.

Seit 1. Januar 2007 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Akupunkturbehandlung unter folgenden Bedingungen:
Es werden nur die Kosten für die beiden Diagnosen chronischer Rückenschmerz der Lendenwirbelsäule und Kniegelenksarthrose übernommen.
Desweiteren müssen die Akupunkturärzte über besondere Qualifikationen verfügen. Für jede Diagnose werden im Jahr 10 Behandlungen bezahlt, in begründeten Ausnahmefällen bis zu 15. Die gesetzlichen Kassen übernehmen nur die einfache Nadeltechnik und die Behandlung muss im Zeitraum von 6 Wochen abgeschlossen werden.

Bekannt ist aber auch die Wirksamkeit der Akupunktur bei anderen Erkrankungen. Durch viele andere Studien wurde auch die Wirksamkeit z. B. bei Allergien, Kopfschmerz, Migräne, Schulterschmerz, bei Asthma u. a. Erkrankungen nachgewiesen. Auch in anderen Bereichen wie Schwangerschaftswunsch oder Raucherentwöhnung kann Akupunktur erfolgreich eingesetzt werden.

10847967_10152527554481299_8902607285804111052_nIm ZOS führen wir seit Jahren eine hoch qualifizierte Akupunkturbehandlung durch.
Dr. Kovács und Dr. Weyand sind im Besitz des A- und B-Diploms Akupunktur (mehr als 340 Stunden Ausbildung) und verfügen über die Zusatzbezeichnung Akupunktur.
Im Rahmen der Qualitätssicherung haben wir das Qualitätssiegel der Forschungsgruppe Akupunktur. Ärzte mit Qualitätssiegel haben sich über die von den Kassen geforderte Grundausbildung hinaus weitergebildet und die Akupunktur-Vollausbildung absolviert. Sie beherrschen nicht nur die reine Akupunkturbehandlung, sondern auch die wesentlichen Gebiete der Traditionellen Chinesischen Medizin (z. B. Chinesische Diagnostik, Diätetik etc.) und nehmen an jährlichen Fortbildungen mit über mind. 25 Stunden Dauer teil.

Erfahrene Akupunkturärzte wollen nicht nur eine Basis-Akupunktur auf Krankenkassenniveau verantworten. Nach einer genauen chinesischen Anamnese und Diagnose wird ein individueller Therapieplan erstellt, der neben dem reinen Setzen der Nadeln meist noch andere Therapieverfahren der Akupunktur enthält, wie z. B. Ohrakupunktur, Moxatherapie, elektrische oder manuelle Nadelstimulation, Schröpfen u. a.  Für die Behandlung anderer Diagnosen mit Akupunktur oder für den Einsatz ergänzender Therapieverfahren können Zusatzkosten entstehen, die von der gesetzlichen Kasse nicht bezuschusst werden. Ihr Arzt wird Sie ggf. über etwaige Zusatzkosten informieren und Sie bitten, eine schriftliche Einverständniserklärung zu unterschreiben.
Die privaten Krankenkassen übernehmen selbstverständlich wie bisher sämtliche Akupunkturbehandlungen.

YNSA – neue Schädelakupunktur nach Yamamoto

Die Neue Schädelakupunktur nach Yamamoto (YNSA) wurde von dem japanischen Arzt Toshikatsu Yamamoto entwickelt. Dr. Yamamoto wurde in den USA und Deutschland ausgebildet und leitet zwei Krankenhäuser in seiner Heimat Japan. Seit den 70er Jahren lehrt er seine Methode und entwickelt sie ständig weiter.
Basis der YNSA sind bestimmte Somatotope, die sich auf der Schädeldecke abbilden. Somatotope sind Areale, die den ganzen menschlichen Körper sozusagen im ‚Kleinen‘ abbilden. Über die Anamnese (Krankheitsgeschichte) und spezielle Untersuchungen an Hals, Bauch oder Ellenbogen/Hand erhält der erfahrene YNSA-Therapeut Informationen, wo er am Kopf spezielle druckempfindliche Punkte findet. Diese werden durch Tasten aufgesucht und mit feinen Nadeln akupunktiert.
Indikationen für die Yamamoto Neue Schädelakupunktur sind vor allem neurologische Erkrankungen (z. B. nach Schlaganfall, Lähmungen, Gesichtslähmungen, Spastiken) aber auch schmerzhafte Erkrankungen des Bewegungsapparates (z. B. Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen).

Im ZOS führt Dr. Weyand die YNSA neben der normalen Körperakupunktur durch. Er ist  ausgebildeter YNSA Therapeut und hat u. a. Kurse bei Dr. Toshikatsu Yamamoto besucht.
Die Behandlungsdauer beträgt normalerweise 30 Min. und wird bei akuten Beschwerden 1 – 3 Mal und bei chronischen Beschwerden 10 – 15 Mal durchgeführt.
Die gesetzlichen Krankenkassen tragen die Kosten der YNSA nicht, Privatkassen übernehmen in der Regel die vollen Kosten.

Interessante Links zu diesem Thema:
www.forschungsgruppe-akupunktur.de
www.ynsa.info

Hinweis: Die NSM-Stimulation ist eine neuartige Behandlungsmethode, die auf der Basis etablierter Methoden entwickelt wurde. Wie die Mehrzahl etablierter medizinischer Therapieverfahren, ist auch die NSM-Neurostimulation noch nicht nach den Grundsätzen der evidenzbasierten Medizin wissenschaftlich hinreichend abgesichert. Insbesondere existieren noch keine randomisierten, kontrollierten Studien oder übergreifende Metaanalysen. Ein Erfolg der NSM-Therapie kann nicht in jedem Behandlungsfall gewährleistet werden. Allerdings existieren eine ganze Reihe von beeindruckenden Patientenberichten, Fallbeispielen und Erfahrungsberichten zu Erkrankungen, die mit der NSM-Stimulation erfolgreich behandelt wurden.

Digitales Röntgen

In Kooperation mit der Privatpraxis für Diagnostische Radiologie (www.radiologie-ottobrunn.de) in Ebersberg steht eine hochmoderne digitale Röntgenanlage zur konventionelle Röntgenaufnahmetechnik mit den Möglichkeiten digitaler Bildbearbeitung zur Verfügung. Exakte Aufnahmen pathologischer Veränderungen können per Datenleitung versandt werden. Die verfeinerte radiologische Diagnostik hilft, spezifische Therapien zu verbessern.

Schmerztherapie

Schmerzen, insbesondere Rückenschmerzen, sind heute immer noch eine der häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit. Sie verursachen volkwirtschaftliche Kosten in Milliardenhöhe. 80 – 90% der Erwachsenen haben zumindest einmal in ihrem Leben Rückenschmerzen, 10% davon erkranken chronisch. Schmerz führt zu Schonverhalten, Kraftverlust, Muskelschwund und Muskelabnahme, zu Depression und sozialen Einschränkungen.

Zu Anfang unserer modernen Schmerztherapie steht die ausreichende und gezielte Diagnostik, um die Ursache für die Schmerzen herauszufinden. Nur 2% – 3% der Rückenschmerzen stammen tatsächlich von der Bandscheibe. Viel häufigere Schmerzauslöser sind z. B. die Arthrose der kleinen Wirbelgelenke (Facettenarthrose) oder muskuläre Dysbalancen.
Zu einer ausreichenden und umfassenden Schmerzdiagnostik gehören Anamnese und eine genaue körperliche Untersuchung, evtl. Röntgen, Ultraschall oder Kernspintomografie sowie gezielte Muskelanalysen (z. B. Testung der isometrischen Maximalkraft oder eine Oberflächen-EMG-Muskelmessung). Erst dann kann mit einer gezielten, auf den individuellen Patienten abgestimmten Schmerztherapie begonnen werden.

Im Zentrum für Orthopädie und Sporttraumatologie Ebersberg (ZOS) können wir dem Patienten durch ein auf unterschiedliche Behandlungsmethoden spezialisiertes Ärzteteam eine optimale und individuell abgestimmte Schmerztherapie anbieten.
Immer noch wird heutzutage zu schnell und zu oft operiert, obwohl mehr als 90% der Bandscheibenvorfälle konservativ erfolgreich behandelt werden können. Im Vordergrund steht für uns daher immer zuerst die konservative Behandlung von akuten und chronischen Schmerzen. Dazu gehört eine ausreichende und umfassende medikamentöse Schmerztherapie nach dem WHO-Stufenschema, Infusionsbehandlungen, ggf. lokale Infiltrationen und Chirotherapie. Unterstützende Maßnahmen wie Physiotherapie, Massage und Wärme, medizinische Trainingstherapie, TENS, Extensionsbehandlung mit der TESI-Liege und Magnetfeldbehandlung sind wichtig.
Wir sind eine Schwerpunktpraxis für Akupunktur und setzen die Akupunktur bei allen Schmerzformen ein. Akupunktur ist heutzutage ein fester Bestandteil der multimodalen Schmerztherapie und wird sehr erfolgreich zur Schmerzbehandlung eingesetzt.
Bei bestimmten Indikationen und wenn die konservativen Therapiemaßnahmen keinen Erfolg zeigen, führen wir auf unserer Belegstation in der Kreisklinik Ebersberg eine spezielle stationäre Schmerztherapie durch. Hierbei kommen z. B. eine PDA, bildwandlergestützte Facetteninfiltrationen oder minimalinvasive Kathetertechniken (PLDD, Dekompressionkatheter, Nucleoplasty) zum Einsatz.

Rehabilitation (Reha)

Die primäre sowie die postoperative krankengymnastische Behandlung wird sowohl in der Praxis selbst als auch im anliegenden ZRP (Zentrum für Reha und Physiotherapie Stefan Streidl) durchgeführt.

Unter qualifizierter Anleitung von Physiotherapeuten werden die entsprechenden Zielvorgaben der Ärzte zusammen mit dem Patienten individuell erarbeitet.
Aufgrund regelmäßiger Schulungen des Reha-Personals durch die Ärzte der Gemeinschaftspraxis wird einer optimalen Versorgung und Mobilisierung der Patienten Rechnung getragen.
Wir kooperieren im Rahmen der stationären Rehabilitation mit der Blumenhof-Klinik Bad Feilnbach und der Asklepios-Klinik in Schaufling.

Herr Dr. Weyand, als Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin mit den Zusatzbezeichnungen Sozialmedizin und Rehabilitationswesen, kümmert sich um spezielle Fragestellungen in der Sozialmedizin, Rehabilitationsabklärung/-beantragung und Verordnung und Steuerung von physikalischen Maßnahmen.